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Hier schreiben Experten zum Thema Gewaltprävention im Kindergarten und in der Schule.

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Handbuch I Gewaltprävention für die Grundschule und die Arbeit mit Kindern

Handbuch I

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Handbuch II

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Handbuch III

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Tolerenz

Ein Beitrag zum Thema Toleranz

Exklusiv für Wir stärken Dich e.V.

Bei der Vermittlung von Toleranz und Akzeptanz an Kinder und Jugendliche halte ich den Begriff „Zugehörigkeiten“ für eminent wichtig und habe ihm deshalb auch in meinem Jugendmusical „Der Klassenclown“ eine besondere Rolle und Präsenz zugedacht. Da werden Mitschüler wegen ihrer ausländischen Wurzeln ausgegrenzt, gedemütigt und gemobbt, und die junge und bei den Schülern beliebte Geschichtslehrerin stellt die Frage: „Was sind Ausländer?“ Man könnte meinen, es wäre meine Absicht, hier für das Musical zu werben. Darum geht es mir überhaupt nicht! Die Geschichtslehrerin sagt: „Ich will euch das mal am Beispiel der Zugehörigkeiten erklären.“ Darum geht es mir, dies als Denkanstoß zu nehmen und zu vermitteln.

Beispiele für Zugehörigkeiten

Die Fußballweltmeisterschaft war ein gutes Beispiel dafür. Auch Kirchentage sind ein gutes Beispiel. Wir leben in einer Zeit der Globalisierung, doch wie die nachwachsenden Köpfe der Hydra wachsen in unserer Gesellschaft die Gegenströmungen. Die griechische Mythologie findet in Mobbing und Ausländerfeindlichkeit ihre Fortsetzung. „Ihr seid Schalker oder Hamburger oder Stuttgarter, und dann kommt die Weltmeisterschaft und ihr jubelt Müller, Klose und Schweinsteiger zu. Das sind doch alles Bayern!“ Das sind die gemeinten Zugehörigkeiten, wie ich sie im Musical verarbeitet habe und wie wir sie unseren Kindern und der Jugend erklären sollten. „Da seid ihr auf einmal Deutsche. Und wenn es gegen Brasilien oder Uruguay geht, seid ihr Europäer. Wenn von Moslems die Rede ist, seid ihr vielleicht Christen. Ja und? Wo ist das Problem? Vielleicht werden eure Nachkommen eines Tages zum Mars fliegen und sagen: Juchhu, ein Mensch! – Alles eine Frage der Zugehörigkeiten.

Wir gehören alle zu der gleichen Welt. Seht es doch mal so. Und diese alten Sprichwörter, die Opa immer so gerne zitiert hat, so ganz dumm sind sie ja eigentlich auch nicht. Wie zum Beispiel: Was du nicht willst, das man dir tu…“

Wann sind wir ein Ausländer?

Und, liebe Eltern aus Düsseldorf, ihr Kind könnte in Köln schon ein Ausländer sein, wenn wir es ihnen nicht rechtzeitig erklären.

Wir sind alle von der gleichen Welt und unterm gleichen Sternenzelt, es ist die gleiche Sonne, die wir morgens aufgehn sehn, - so beginnt bei mir ein Liedertext.

Und noch eins: Antwortet nicht mit Ausgrenzung. Wer das nicht begreift, ist krank und bedarf eurer Hilfe.

Zugehörigkeiten in Familien, Schulen, Beruf und in der Gesellschaft

Das Zusammenleben der Generationen wird erfreulicherweise wieder stärker thematisiert. Jung und Alt verbringen gemeinsame Zeiten in Projekten. Selbst in der Familie sind die Zugehörigkeiten infrage gestellt. Man muss nicht unbedingt die klassische Großfamilie proklamieren und herbeisehnen, um den Kindern klarzumachen: „Wir gehören zusammen.“ Darin sehe ich auch keinen Widerspruch zur Globalisierung. Im Gegenteil! Wer dieses Wir-Gefühl nicht entwickeln und empfinden kann, der wird es auch in der Schulklasse, im Beruf und in der Gesellschaft nicht leben können. Ich glaube, dass wir da alle sehr stark gefragt und in der Pflicht sind, die gegenseitigen Zugehörigkeiten als selbstverständliches Modell vorzuleben. Dies wird anscheinend wohl zum Teil mit der Preisgabe eigener Werte, der Herkunft, der eigenen Kultur, Religion und Rasse verwechselt. Wir dürfen uns diesen Stolz, - ja, wir sollen uns diesen Stolz bewahren, aber die Schöpfung gibt uns die Aufgabe, diesen Stolz auch anderen und allen Menschen zuzugestehen!

Ich wünsche mir und uns, dass wir das in diesem Sinne der heranwachsenden Generation so vermitteln, dass sie es für erstrebenswerter hält als jede Form der Diskriminierung und Gewalt.

Das Portal für Eltern, Lehrkräfte und Erzieher ist ein Projekt von Wir stärken Dich e.V. Weitere Projekte:www.wir-stärken-dich.de