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Das Bus-Engel Konzept Gewaltprävention in SüdholsteinIn Zusammenarbeit mit der Polizei und Verkehrsunternehmen verbindet die Aktion „BUS-Engel“-Gewaltprävention in Südholstein Elemente der Primären Gewaltprävention mit Bereichen aus der Verkehrs- und Sozialerziehung. Im Auftrag der SVG Südholstein Verkehrsservicegesellschaft mbH für die Kreise Pinneberg und Segeberg werden Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufen in einer ca. 20stündigen Schulung zu „BUS-Engeln“ ausgebildet.

Die Aktion ‚BUS-Engel–Gewaltprävention in Südholstein‘ ist ein Kooperationsvorhaben der SVG Südholstein Verkehrsservicegesellschaft mbH im Auftrag der und für die Kreise Pinneberg und Segeberg. Kooperationspartner sind die Polizeidirektion Bad Segeberg, die Unfallkasse Nord, die zuständigen Betreiberunternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs und die HVV-Schulberatung.

Das „BUS-Engel“-Konzept

Primärpräventive Ansätze zur Vermeidung von Gewalt gehen davon aus, dass es Wechselwirkungen zwischen dem Selbstkonzept und Selbstvertrauen, einschließlich der Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit der Jugendlichen und ihrer Fähigkeit zur Konfliktbewältigung gibt. Durch Methoden werteorientierter Kompetenz- und Verhaltenstrainings sollen die Jugendlichen bereits im Vorfeld für Konflikt- und Gefahrenpotentiale sensibilisiert werden. Es ist das Ziel, Gewaltsituationen gar nicht erst entstehen zu lassen und die Jugendlichen sowohl vor Opfer, wie auch Täterrollen zu schützen.

Im Rahmen der „BUS-Engel“-Ausbildung wird den Schülerinnen und Schülern als ein auf Partnerschaft gerichtetes soziales Handeln näher gebracht. Auch hier geht es um selbst- und sozialkompetentes Verhalten. Zum einen im Hinblick auf die eigene Mitverantwortung und Rücksichtnahme im Straßenverkehr, zum anderen im Hinblick auf Regelverletzung und Rücksichtslosigkeit Anderer.

Die Verbindung von Primärer Gewaltprävention und Verkehrserziehung wird in der Ausbildung dadurch unterstrichen, dass der Bus als außerschulischer Lehrraum genutzt wird. Als öffentlicher Raum intensiver sozialer Begegnung und Interaktion bietet der Bus eine ideale Plattform für das Erlernen gewaltpräventiver Handlungskompetenzen. Polizisten und für diese Ausbildung geschulte Busfahrer begleiten und unterstützen die Schülerinnen und Schüler als Trainer und Experten in diesem Bereich. Pädagoginnen und eine Kriminologin leiten und koordinieren die gesamte Ausbildung.

Ziele der Aktion „BUS-Engel“ Gewaltprävention in Südholstein

Die Aktion „BUS-Engel – Gewaltprävention in Südholstein“ stellt den Schülerinnen und Schülern ein qualifiziertes Ausbildungsangebot zur Gewaltprävention und Verkehrssicherheit mit folgenden Zielen zur Verfügung:

  • Erlernen von Sachkompetenz: Verschiedene Gewaltformen sollen kennengelernt werden.
  • Täter- Opfer und Mitläufer –Anteile zu minimieren und dadurch u.a.den ÖPNV sicherer zu machen.
  • Stärkung der Selbst- und Sozialkompetenz: Selbstbewusstsein, Empathiefähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit.
  • Erlernen von Handlungskompetenz: Gewalt- und Konfliktsituationen sollen vermieden werden.
  • Gewalthandlungen in der Schule, auf dem Schulweg, in der Feizeit und im öffentlichen Nahverkehr mit (Schul-)Bussen oder Bahnen sollen reduziert werden.

Wertevermittlung

Das Ausbildungsangebot der Aktion “BUS-Engel – Gewaltprävention in Südholstein“ richtet sich schwerpunktmäßig an die 8. Jahrgangsstufen und damit bewusst an Jugendliche in der Altersklasse von 14-15 Jahren. Die „BUS-Engel“-Ausbildung möchte die Bereitschaft dieser Altersklasse, sich mit moralischen Werten sowie gesellschaftlichen Zusammenhängen auseinanderzusetzen, fördern. Die Jugendlichen sollen dabei unterstützt werden, zivilcouragiert im Alltag aufzutreten und Vorbild für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler zu sein.

„BUS-Engeln“ geht es um gezeigte Solidarität mit den Opfern und um eine deutliche Stellungnahme gegenüber den Tätern und gewalttätigem Verhalten.

Zweifach evaluiertes Konzept

Um die Wirksamkeit der „BUS-Engel“-Ausbildung zu untersuchen, wurde die Aktion bislang zweimal (2005, 2009) durch die Universität Flensburg evaluiert.

Die erste Evaluation konzentrierte sich im Wesentlichen auf Konfliktsituationen im Bus. Dabei wurden als „BUS-Engel“ ausgebildete Schülerinnen und Schüler zu bestimmten Situationen im Bus mittels Fragebogen befragt. Verschiedene Verhaltensweisen wurden vorgegeben und konnten durch Ankreuzen gewählt werden. Mitfahrende Schülerinnen und Schüler sind als Kontrollgruppe zu den gleichen Situationen befragt worden. Folgende Annahmen sind durch diese Untersuchung bestätigt worden:

  • Durch die Einführung der „BUS-Engel“ hat sich die Situation im Bus verbessert.
  • Die „BUS-Engel“ verfügen über ein höheres Wissen im Umgang mit schwierigen Situationen im Bus.
  • Die „BUS-Engel“ verhalten sich in den vorgegebenen Situationen eher angemessen als die mitfahrenden Schüler.

Als Ergebnis der ersten Evaluation wurde festgestellt: Im Hinblick auf die Frage, ob die Aktion zu einer Verbesserung der Situation auf dem Schulweg führt, lässt sich diese durch die hier präsentierten Ergebnisse mit einem deutlichen „Ja“ beantworten.

Die ständige Weiterentwicklung und Optimierung des Ausbildungskonzepts, sowie die Ausweitung des Ausbildungsangebots auf den Kreis Segeberg, machte eine zweite Evaluation erforderlich.

Anders als die erste Evaluation konzentrierte sich die zweite Evaluation nicht ausschließlich auf Konfliktsituationen im Bus, sondern erweiterte diese um Konfliktsituationen innerhalb der Schule. Untersucht wurde somit die Wirksamkeit der „BUS-Engel“-Ausbildung bezogen auf den gesamten Schulalltag. Die als „BUS-Engel“ ausgebildeten Schülerinnen und Schüler wurden durch erweiterte Fragebögen zusätzlich zu ihrem Selbstkonzept und ihrer Sozialkompetenz befragt. Als Kontrollgruppe fungierten wieder mitfahrende Schülerinnen und Schüler, denen die gleichen Fragen gestellt wurden. Als Ergebnis konnte festgestellt werden:

Zwischen den „BUS-Engeln“ und den mitfahrenden Schüler/innen bestanden signifikante Unterschiede in den Kenntnissen und im Handeln zugunsten der „BUS-Engel“ und signifikante Unterschiede in den Selbstkonzepten „Verhaltens- und Entscheidungssicherheit“ sowie „Kontakt- und Umgangsfähigkeit“ ebenfalls zugunsten der „BUS-Engel“.

Für die Aktion „BUS-Engel – Gewaltprävention in Südholstein“ wurde festgestellt: Die Wirksamkeit im Hinblick auf die Zielstellung konnte durch die Evaluationsstudie in großen Teilen nachgewiesen werden.

„BUS-Engel“ werden: www.bus-engel.net