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Handbuch I Gewaltprävention für die Grundschule und die Arbeit mit Kindern

Handbuch I

Handbuch II Gewaltprävention für die Sekundarstufe und die Arbeit mit Jugendlichen

Handbuch II

Handbuch III Gewaltprävention für die Vorschule und die Arbeit mit Kindern

Handbuch III

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kinder in bewegungBewegung für Jung und Alt

Mit sinnvollen Trainingseinheiten stellen sich bei regelmäßiger Anwendung positive Gesundheitseffekte ein. Stoffwechsel, Kreislauf, Bindegewebe und Gefäße profitieren.

Schon im Mittelalter gab es Trampolins. Als Vater und Namensgeber des Gerätes gilt ein französischer Zirkusartist namens du Trampoline, der in Spanien auftrat. Mitte der 70er Jahre eroberten Minitrampolins den deutschen Markt. Im Jahr 2000 war das Trampolinspringen erstmalig olympische Disziplin.

Spaß an der Schwerelosigkeit

Wer schon einmal auf einem Zimmertrampolin gehüpft ist, weiß, dass es viel Spaß macht. Die Schwerkraft rhythmisch zu überwinden, kommt dem uralten Menschheitstraum vom Fliegen schon sehr nahe.

Allein das sanfte Schwingen auf dem gespannten Tuch ist durchaus gesund, weil es den ganzen Körper stimuliert. „Manche stellen den Trampolinsport als ein Allheilmittel dar, das ist sicherlich überzogen“ sagt Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. „Sinnvoll und richtig eingesetzt ist es eine sehr gute Möglichkeit, etwas für seinen Körper und seine Gesundheit zu tun.“ Manche Effekte sind eher unabhängig vom Gerät selbst und auch in anderen Sportarten zu erzielen. Dazu gehören Stressabbau, Anregung des Immunsystems oder seelischer Ausgleich. Andere Effekte sind eng mit der direkten Wirkung des Trampolins verbunden.

Dauer und Häufigkeit

20 bis 30 Minuten sind laut Froböse sinnvolle Trainingseinheiten. Der Sport-Experte empfiehlt, zwei- bis dreimal in der Woche mit dem Gerät zu arbeiten. Er lacht: „Einmal für eine Dreiviertelstunde wie wild auf dem Trampolin herumzuspringen und dann wieder lange nicht, ist uneffektiv.“ Besonders im Rahmen von Ausdauertrainings bescheinigen auch Studien dem Trampolin eine messbar positive Wirkung. Das Herz-Kreislauf-System kommt in Schwung, Stoffwechselwerte wie Blutfette verbessern sich und Muskeln, Sehnen, Bänder, Knochen-, Knochengewebe und Gelenke profitieren ebenfalls. Auch Menschen, die mit den Venen zu tun haben, merken bei regelmäßigem Training eine spürbare Besserung: Blutstaus in der Wade verschwinden, da schon das Wippen auf dem Trampolin den venösen Rückstrom begünstigt. Dies betrifft oft besonders ältere Menschen, für die dieser Sport daher ebenfalls sehr gut geeignet ist. Das Minitrampolin beugt auch Osteoporose vor.

Geräte

Der Fachhandel hat sich auf ältere Menschen eingestellt: Diese bekommen auf Wunsch zum Trampolin eine entsprechende Haltevorrichtung mitgeliefert. Die sorgfältige Geräteauswahl spielt generell eine große Rolle. Qualität und Sicherheit sind bei diesem Sport besonders wichtig. Hier lohnt sich in jedem Falle der Vergleich. Besonders die Verarbeitung des Gestells und die Qualität der Sprungmatte sowie Federn oder Bänder sind entscheidend. Es gibt Gewichtsbegrenzungen, die auch aus Sicherheitsgründen unbedingt zu beachten sind. TÜV- und GS-Siegel sind ebenso ein Muss.

Alter

Ob jung oder alt, Trampolinspringen ist für alle Generationen geeignet. „Für Kinder finde ich es besonders unter dem Erlebnisaspekt prima“, sagt Ingo Froböse. Der Sprecher des Zentrums für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln sieht das sogar als echte Alternative zu einem städtischen Spielplatz. „Auf einem Trampolin lernen die Kinder Bewegung als Erlebnis kennen, sie können sich spielerisch ausprobieren und haben viel Spaß dabei.“

Trampolin zur Gewichtsreduktion?

Ist Trampolinspringen ein Fettkiller? Das sieht der Kölner Sport-Experte Froböse eher skeptisch: „Um hier tatsächlich sichtbare Effekte zu erzielen, müssen Sie schon dauerhaft 40 bis 45 Minuten trainieren. Das kann auch schnell ganz schön monoton werden.“ Beim Wunsch gesund abzunehmen spielt die Ernährungsumstellung nach wie vor die Hauptrolle, regelmäßige Bewegung wirkt zusätzlich unterstützend.

Fitness-Studio zu Hause

Bis zu 120 Zentimeter haben die Zimmer-Trampolins im Durchmesser. Wenn die Füße abschraubbar oder umklappbar sind, lässt sich dieses Trainingsgerät auch blitzschnell verstecken. Wichtig beim Aufstellen ist, dass keine Kanten, Glasflächen oder andere Gegenstände mit hoher Verletzungsgefahr bei einem möglichen Sturz in der Nähe stehen. Wer gezielt Übungen nachturnen will, findet im Handel eine Reihe von Trainingsbüchern oder CDs.

Quelle Text:

www.ingo-froboese.de

Quelle Bild:

© CHEck / pixelio.de

Univ.-Prof. Dr. Ingo Froböse

Geboren 1957 in Unna, Sportstudium (Diplom) an der Deutschen Sporthochschule Köln, Promotion 1986, Habilitation 1993, Hochschulprofessor seit 1995. Leiter des „Zentrums für Gesundheit“ der Deutschen Sporthochschule Köln, Leiter des Institutes für Rehabilitation der Deutschen Sporthochschule (DSHS), Prorektor an der DSHS (1999-2003), Wissenschaftlicher Leiter des Institutes für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation GmbH“ (IQPR GmbH), Vorsitzender des „Forschungsinstituts Behinderung und Sport“ (FiBSe.V.), Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates der TÜV Rheinland Group „Qualitätsoffensive im Fitnessbereich“, Sachverständiger / Gutachter in Gerichtsfragen zum Thema „Sport und Fitness“, Sachverständiger des Bundestages in Fragen der „Prävention“, Mitglied der Bundesvereinigung für Gesundheit e.V., Wissenschaftlicher Berater zahlreicher Krankenkassen/Sozialversicherungsträger, Ständiges Mitglied im Expertenteam zahlreicher Medien (Stern gesund leben, Brigitte, Fit for Fun, Vital, Men´s Health, GQ etc.), Autor zahlreicher nationaler/internationalerPublikationen und Lehrbücher, Vorsitzender des Vereins für Gesundheitssport und Sporttherapie (VGS) Köln, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Angewandte Isokinetik, Vorsitzender des Vereins „Wasser für Schüler e.V.“, Mitglied der Gesellschaft für orthopädisch-traumatologische Sportmedizin (GOTS), Mitglied der Kommission „Prävention der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation“, Mitglied der Sektion „Rehabilitation“ der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirugie.